Bewegung: Freude statt Frust
Entdecken Sie einen neuen Weg zur Bewegung, der Sie mit sich selbst verbindet. Es geht nicht um Perfektion, sondern um die Freude am Tun und das achtsame Spüren des eigenen Körpers. Die Fortsetzung der Kapitel finden Sie in meinem Buch "Corona positiv"

Mann/Frau oder Jäger/Sammler?
Unsere Vorfahren waren echte Jäger und Sammler. Schon die Neandertaler gingen auf die Jagd und sammelten Nahrung. Aber noch vor wenigen Tausend Jahren, uns bekannt als Steinzeit, waren unsere Vorfahren für die Nahrungssuche und soziale Kontakte unterwegs. Forscher wissen zuverlässig, dass die Menschen gezwungen waren, lange Strecken zurückzulegen, um zu jagen oder zum Sammeln von Vorräten und Brennmaterial. Dabei waren durchaus die kinderlosen Frauen mit auf der Jagd und die jungen und alten Männer halfen den Frauen mit Kinder beim sammeln.Die Nahrung bestand aus dem, was man unterwegs einsammelte: Nüsse, Beeren, Obst oder Fisch und Fleisch, gewürzt wurde wenn überhaupt mit Kräutern. Alleine um aus einer Wasserquelle den Durst zu stillen, gingen die Menschen im Schnitt drei Kilometer. Auch für den zwischenmenschlichen Kontakt oder sehr grundlegend zur Fortpflanzung musste man sich vom einen Ort zum nächsten bewegen. So gesehen lebten unsere Vorfahren wirklich sehr gesund.

Zivilisationskrankheiten
Noch bis vor 50 Jahren war es kein Thema. Bewegungsarmut. Die überwiegende Arbeit fand am Feld und im Freien statt. Bürojobs, wie wir Sie heute kennen, und die einseitige Belastungsarbeit wie am Fließband sind Entwicklungen der Digitalisierung und der vorher stattgefundenen Industrialisierung. Das ist ein alter Hut und keine großartige neue Erkenntnis. Auch dass die Leute vor über 50 Jahren anhand der körperlichen Überbelastung nicht wirklich gesünder waren, nichts was nicht unlängst bekannt ist. Nur die Art der Krankheitsbilder hat sich im Vergleich sehr schnell verändert und stellt die Medizin und Therapeuten vor immer neue Herausforderungen.

Bewegungsarmut
Zehn bis Fünfzehn Stunden sitzt ein Büroarbeiter in Europa durchschnittlich pro Tag. Der Durchschnittseuropäer bewegt sich heute nur noch 500 Meter am Tag. Meist merken wir gar nicht wie wenig wir uns bewegen. Zählen wir die Stunden zusammen, die wir am Tag sitzen, kommen wir schnell auf 13 Stunden. Unser Körper ist aber für Bewegung gemacht. Unsere Vorfahren liefen täglich 30 Kilometer. Mangelnde Bewegung hat weitreichende Folgen für unsere Gesundheit. Laut einer australischen Studie haben Erwachsene, die elf oder mehr Stunden pro Tag sitzen, gegenüber Personen die weniger als vier Stunden pro Tag sitzen, ein um 40 Prozent erhöhtes Risiko in den nächsten drei Jahren zu sterben.

Sport als Ersatz
Auch wenn es die Sportsucht als eigenständige Diagnose (noch) nicht gibt, Mediziner definieren sie so: ein suchtartiges Verlangen nach sportlicher Betätigung ohne Wettkampfambitionen. Dies äußert sich in unkontrolliertem, exzessivem Trainingsverhalten und führt zu körperlichen und seelischen Beschwerden. Insgesamt kommt die Sportsucht recht selten vor. Nach Schätzungen ist etwa ein Prozent der Freizeitsportler süchtig nach Bewegung. Beliebte Sportarten bei Fitness-Maniacs sind Laufen, Fahrradfahren, Triathlon, aber auch Bodybuilding und Kraftsport. Drogen sind bei der Sportsucht im Gegensatz zu manch anderer Sucht nicht im Spiel, es sei denn, der Sportler dopt. Lange glaubten Fachleute, köpereigene Glückshormone (Endorphine) könnten für die Sportsucht verantwortlich sein. Denn unter Extrembelastungen schüttet der Organismus körpereigene Drogen aus, um Schmerzen zu kontrollieren und Extrembelastungen auszuhalten.

Multisport
Was versteht man unter Multisport?
Im Multisport werden mehrere Sportarten miteinander kombiniert ausgeübt. Meist handelt es sich dabei um Ausdauersportarten wie Schwimmen, Radfahren und Laufen. Der wohl bekannteste Multisport dürfte Triathlon sein. Allerdings erfreuen sich auch Duathlon- oder Swim&Run-Veranstaltungen zunehmender Beliebtheit. Die olympischen Sportarten wie Fünfkampf, Siebenkampf, Oktathlon, Zehnkampf und moderner Fünfkampf hingegen werden nicht dem Multisport zugeordnet. Dies liegt daran, dass ihre einzelnen Komponenten nicht aufeinander abgestimmt sind.

Sport mit Kindern
„Sport ist notwendig für meinen Körper und für meinen Kopf. JA es ist anstrengend, aber das Gefühl danach und das Selbstbewußtsein stärkt mich in meinem tun. Ich bin stärker im Alltag, stärker im Geist und stärker, wenn mich das Leben herausfordern will. Bitte mache Sport mit deinen Kindern!“ Wenn du Hilfe brauchst, dein Kind zu motivieren oder selbst Motivation für deinen sportlichen Alltag brauchst, macht es Sinn mit einem professionellen Trainer gemeinsam zu arbeiten
Brandner Bettina, 30 Jahre
Ausbildung: Volleyballtrainerin seit 2004, Fitnesstrainerin Vitalakademie 2018 Instruktorin Beachvolleyball 2019, Medical Fitness Trainerin 2021

Wettkampf vs. Freizeit
Sport in seinem Verständnis als Streben nach dem Citius, altius, fortius ("schneller, höher, stärker") legte eine besondere Betonung auf das Leistungs- und Wettkampfprinzip. Für den Sport in seiner ursprünglichen Bedeutung war der spielerische und inszenierte Wettbewerb ein konstituierendes Element. Damit stand der Sport und damit der sportliche Wettkampf anfangs in Abgrenzung zu anderen Konzepten der Körper- und Bewegungskultur, wie dem Turnen und der Gymnastik bzw. der heutigen Fitnessbewegung, bei denen es weniger stark um Wettbewerb ging (bzw. geht), bei denen stattdessen stärker das gemeinschaftliche Trainieren oder das Erleben des Körpers bzw. die Ertüchtigung der Leistungsfähigkeit oder der Spaßfaktor im Vordergrund stehen.